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Entstehung des StadtplansDie Entstehung des FamilienstadtplansUm einen Stadtplan herzustellen be

Um einen Stadtplan herzustellen benötigt man viel Zeit, verschiedene Personen und Stellen, und viele Ideen. Ein Stadtplan speziell für Familien jedoch braucht ausserdem eine grosse Portion Kreativität und Vorstellungsvermögen, denn bis alles so steht, wie wir es nun auf dem fertigen Plan sehen können, vergeht eine Menge Zeit.


Interview mit der Künstlerin

Die Hauptwiler Künstlerin Vida Stalder (vidART.ch) hat sich dem Projekt Familienstadtplan Frauenfeld künstlerisch gewidmet und die Karte mit ihren zahlreichen kindgerechten Illustrationen zum Leben erweckt. Auf dem farbenfrohen Familienstadtplan sind viele der zahlreichen Aktivitäten für Kinder und Familien der Stadt eingezeichnet. Künstlerisch umfassen diese auf dem Plan insgesamt 59 Stationen. Wie der Plan entstanden ist, lesen Sie hier.

Foto: Vida Stalder, Illustratorin und Singer-Songwriterin.

Hinter den Kulissen Das ehemalige Wohnzimmer der Künstlerin wurde während des Projekts zu ihrem kreativen Arbeitsplatz und Atelier. An Schnüren entlang der Wand hängen viele Zeichnungen und Skizzen, die später zu den Illustrationen geworden sind und nun auf dem fertigen Stadtplan bestaunt werden können. Vida Stalder strahlt, während sie den fertigen Plan in den Händen hält. Die bunte Karte zeigt die Stadt Frauenfeld und alles, was dort für Familien mit KIndern wichtig ist: Wahrzeichen und Freizeitaktivitäten, Spiel-, Sport- und Grillplätze, aber auch Schulhäuser sind dort zu finden.

Abb. 1: Ausschnitt aus dem Familienstadtplan Frauenfeld (Illustration: Vida Stalder)

Entscheidungen Auf dem Titelbild findet man eine fünfköpfige Mäusefamilie, die scheinbar auch einen Ausflug in der Stadt machen will. "Es war eine schwierige Aufgabe, sich das richtige Tier für die Stadt Frauenfeld auszudenken,“ so Vida Stalder. Die Projektgruppe hinter dem Stadtplan hat sich zusammen mit Vida überlegt, welches Tier denn nun auf den Plan kommen soll. Am Anfang standen sowohl der Biber (der im Frauenfelder Murg-Auen-Park zu finden ist) als auch der Löwe (wie auf dem Gemeindewappen von Frauenfeld zu sehen) noch in der engeren Auswahl. Zum Schluss hat es dann aber die süsse Mäusefamilie auf den Plan geschafft.

Abb. 2: Vida Stalder zeichnet die Mäusefamilie für den Familien Stadtplan Frauenfeld mit einem schwarzen Feinliner.

Warum eigentlich eine Mäusefamilie?

"Dies war ein glücklicher Zufall, denn meine Tochter und ich haben eine kleine Maus auf dem Dachboden eingefangen,“ erzählt Vida Stalder. "Sie war so unglaublich süss und meine Tochter (6 Jahre alt) erklärte mir, dass man sie unbedingt frei lassen müsse, weil sie ihr schon einen Namen gegeben habe. In den nächsten Tagen fingen wir noch die restliche Mäusefamilie und haben sie anschliessend alle am Waldrand frei gelassen. Am Abend haben wir uns noch überlegt, was die Mäusefamile alles in der freien Wildbahn erleben würde. Von da an war für mich klar - eine Mäusefamilie, die die Stadt Frauenfeld erkundet, wäre eine schöne Idee.“ Schnell hatte sich die ganze Mäusefamilie irgendwo im Stadtplan versteckt.

Abb. 3: Selbstportrait Vida Stalder.

Projektarbeit

Die Projektgruppe vom Amt für Gesellschaft und Integration versorgte die Künstlerin stets mit Informationen, die ihr bei der künstlerischen Umsetzung der Karte halfen. Auf dem Stadtplan sind nun viele kunterbunte Fahrzeuge zu finden - jedes hat noch dazu seinen Doppelgänger auf der Karte. Dadurch ist die Idee für das Suchspiel entstanden. Kannst du alle Fahrzeugpaare finden, die sich durch die Stadt bewegen? "Ohne die Hilfe meiner Projektgruppe wäre der Stadtplan niemals so gut geworden,“ so die Künstlerin. Einige Hintergrundinformationen können eben nur echte Frauenfelder geben. Wie zum Beispiel, dass auf der reformierten Kirche, anders als überlicherweise, kein Hahn sitzt!

Was sagen Kinder zum Stadtplan?

Während des Entstehungsprozesses wurde auch der Frauenfelder Kinderrat immer wieder hingezogen und nach Feedback gefragt. Die Kinder lieferten hilfreiche Inputs, die besonders wichtig waren - schliesslich sollte der Familienstadtplan besonders kindgerecht werden. Bildnerisch sollte er die vielen familienfreundlichen Angebote in der Stadt zeigen und Lust darauf machen, Frauenfeld zu erkunden. Auch von einigen Deutschkursteilnehmenden aus dem AGI und ihren Kindern gab es immer wieder Feedback.

Wie entstand der Stadtplan?

Alles fing am Zeichnungstisch an. "Für dieses Projekt habe ich mich entschieden, wirklich zu zeichnen und nicht nur am PC zu arbeiten. Ich finde es schön, wenn Linien krumm und schief sind. Aber trotzdem sollte der Stadtplan natürlich möglichst massstab- und realitätsgetreu werden. Der alte Stadtplan für Familien war mir dabei eine grosse Hilfe. Ich habe die Strassen am Leuchttisch nachgezeichnet. Dabei sind einige Linien dicker und wackelig geworden - dieses Selbstgemachte gibt dem Stadtplan seinen fröhlichen Charme, wie ich finde," so die Illustratorin.

Abb. 4: Vida Stalder malt ein kleines Sujet für den Stadtplan Frauenfeld.

Ohne den Computer geht es dann aber doch nicht ganz. "Ich habe die Zeichnungen eingescannt und an meinem iPad ausgemalt. Damit es so wirkt, als wäre alles von Hand gemacht, haben wir die Handschrift von meiner Kollegin Anita Kuratli für die Schrift auf dem Stadtplan verwendet, die sehr schön mit dem Zeichnungsstil harmoniert," so die Künstlerin weiter. Es ist also tatsächlich fast alles auf dem Plan einzigartig und in Handarbeit entstanden. "Auch war es lustig, das berühmte Wilerbähnli als Tausendfüssler zu zeichnen oder die Zuckerfabrik aus Zuckerwürfeln und Zuckerrüben zu malen. Eine Prise Humor darf bei meiner Arbeit nie fehlen.“ Trotzdem galt es aber auch, einige Schwierigkeiten zu meistern. "Die Herausforderung bei diesem Projekt war, dass alles so kitzleklein gemalt werden musste. Einige Sujets sind so klein wie meine kleine Fingerkuppe. Auf so wenig Platz etwas Erkennbares zu zeichnen war gar nicht so einfach!“

Abb. 5: Den Selfie-Hotspot "Sünderella“ in Frauenfeld hat die Mäusefamile auch besucht. Foto: Vanessa Huber, Illustration: Vida Stalder

Warum ein Familienstadtplan?

"Das Schöne an diesem Plan ist, dass es unglaublich viel zu entdecken gibt. Die Stadt Frauenfeld hat ein reiches Freizeitangebot für Kinder und Familien. Und dies spiegelt auch der Familienstadtplan wider. Es hat unglaublich viel Spass gemacht, die einzelnen Angebote zu zeichnen. Mit diesem Plan kann sich die ganze Famile einen Überblick verschaffen. Es hat bestimmt für jeden Frauenfelder noch eine Ecke, die es noch zu entdecken gibt."

Auf die Plätze, Stadtplan rausholen, LOS!


Die Projektgruppe

Hinter dem Projekt Familienstadtplan stehen einige Personen, die dafür sorgten, dass der Plan zum Leben erweckt wurde. Dazu gehören:

  • Vanessa Huber, Kompetenzzentrum Integration

  • Manolya Özbilen, Kompetenzzentrum Integration

  • Nadja Witzemann, Fachstelle Frühe Förderung und Kinderbetreuung

  • Manuel Schulz, Fachstelle Kinder- und Jugendanimation 20gi

  • Andrea Hofmann, Koordinatorin Kinderrat

als Mitarbeitende vom Amt für Gesellschaft und Integration, sowie

  • Michael Knipfer

Graphic Designer der Stadt Frauenfeld, der für das Zusammenfliessen von Schrift und Bild zuständig war, und

  • Vida Stalder

Illustratorin und kreativer Kopf hinter den vielen bunten Illustrationen, die ihr nun auf dem Stadtplan bestaunen könnt.

Um zu prüfen, ob ihre Ideen auch Kinder ansprechend finden, hat auch der Kinderrat fleissig mitgewirkt und immer wieder seine Ideen und Meinungen mit der Projektgruppe geteilt.

UNICEF-Zertifizierung

Der Stadtplan für Familien ist als Massnahme im Rahmen der UNICEF-Zertifizierung «Kinderfreundliche Gemeinde» entstanden. Mehr zur Zertifizierung findet ihr hier.


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